Im medizinischen Bereich, wenn Implantate wie künstliche Gelenke, Knochenplatten, Schrauben oder kardiovaskuläre Stents benötigt werden, ist Titan und seine Legierungen (wie Ti-6Al-4V) zweifellos die bevorzugte Wahl unter den metallischen Materialien. Dies ist kein Zufall, sondern beruht auf der einzigartigen Kombination von Eigenschaften des Titans, die es ihm ermöglichen, in hoher Harmonie mit dem menschlichen Körper zu koexistieren. Seine Hauptvorteile liegen in folgenden Bereichen:
Biokompatibilität ist die wichtigste Anforderung für Implantatmaterialien und bezieht sich auf die Fähigkeit des Materials, friedlich mit menschlichem Gewebe, Blut und Knochen zu koexistieren, ohne toxische Nebenwirkungen oder Abstoßung zu verursachen.
Stabile Passivschicht: Titan bildet sofort eine extrem dichte, stabile und selbstreparierende Oxidschicht auf seiner Oberfläche. Dieser inerte Film verhindert wirksam, dass das darunterliegende Titanmetall durch die komplexe Umgebung von Körperflüssigkeiten korrodiert wird, wodurch die Freisetzung von Metallionen erheblich reduziert wird. Im Gegensatz dazu können einige andere Metalle (wie Edelstahl oder Kobalt-Chrom-Legierungen) bei langfristiger Implantation Spuren von Ionen (z. B. Nickel, Chrom, Kobalt) freisetzen, was möglicherweise Allergien, Entzündungen oder andere unerwünschte Reaktionen auslösen kann. Diese Eigenschaft macht Titan zu einem der 'ruhigsten' und 'harmlosesten' Metalle im menschlichen Körper.
Ein Implantat muss nicht nur kompatibel sein, sondern seine mechanischen Eigenschaften müssen auch denen des menschlichen Knochens entsprechen, ein entscheidendes Konzept, das als 'mechanische Kompatibilität' bekannt ist.
Hohes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis und niedriger Elastizitätsmodul: Titanlegierungen haben ein sehr hohes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis, was bedeutet, dass Implantate leichter hergestellt werden können und gleichzeitig eine ausreichende mechanische Festigkeit gewährleisten. Noch wichtiger ist, dass ihr Elastizitätsmodul (ein Maß für die Steifigkeit) viel niedriger ist als der von Edelstahl und Kobalt-Chrom-Legierungen, wodurch er dem menschlichen Knochen näher kommt. Wenn ein Implantat (wie eine Knochenplatte) zu steif ist, trägt es den größten Teil der Belastung, was dazu führt, dass der darunterliegende Knochen aufgrund von 'Stress-Abschirmung' osteoporotisch wird und atrophiert. Die moderate Steifigkeit von Titanlegierungen trägt dazu bei, eine normalere Spannungsverteilung im Knochen aufrechtzuerhalten, was die Heilung und die langfristige Knochengesundheit fördert.
Dies ist der Kern, oft unersetzliche Vorteil von Titan in der Orthopädie und Zahnmedizin.
Osseointegration bezieht sich auf die direkte strukturelle und funktionelle Verbindung zwischen lebendem Knochen und der Oberfläche eines lasttragenden Implantats, ohne dazwischenliegendes fibröses Bindegewebe. Die Oberflächeneigenschaften von Titan, insbesondere nach Aufrauen oder poröser Verarbeitung, bieten ein ausgezeichnetes Gerüst für Knochenzellen, um sich anzuheften, zu wandern und zu wachsen. Neues Knochengewebe kann in die Mikroporen des Titans einwachsen und so eine feste 'biologische Verankerung' schaffen, anstatt nur eine mechanische Fixierung. Diese starke Integration gewährleistet die langfristige Stabilität des Implantats und reduziert das Risiko von Lockerung und Versagen erheblich.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Titan aufgrund seiner beispiellosen Biokompatibilität, der gut passenden mechanischen Eigenschaften und der einzigartigen Fähigkeit zur Osseointegration die erste Wahl für menschliche Implantate ist. Es ist nicht nur chemisch stabil und ungiftig, sondern wirkt auch auf mechanischer und biologischer Ebene synergetisch mit dem menschlichen Körper zusammen und unterstützt den Wiederaufbau und die Reparatur. Es stellt eine bahnbrechende Entdeckung in der modernen medizinischen Materialwissenschaft dar.